Dienstag, 22. März 2011

Sophie im Supermarkt

In den Wolken sind die Schultage anders als bei uns Menschen. Sophie hat nämlich nur zwei Mal in der Woche Unterricht und an fünf Tagen frei.
Wobei frei ein wenig übertrieben ist, sie muss nämlich häufig ihren Eltern bei den unmöglichsten Sachen helfen, zum Beispiel beim Haustiere füttern.
Wie man sich vorstellen kann, leben bei den Engeln nicht so viele Haustiere, lediglich ein paar Vögel.
Die wohnen in einem Wolkenkäfig und werden mit Obst gefüttert, manchmal dürfen die Vögel aber auch ausfliegen um sich selbst Nahrung zu besorgen.
Heute ist so ein Tag, Sophie läßt den Vogel Harald ausfliegen und muss nun in der heimischen Wolke warten, bis der Vogel zurückkommt.
In der Zwischenzeit ordnet sie ihre Schulsachen und legt sich anschließend ein wenig auf Ihre Schlafwolke um ein wenig zu träumen.
Als sie so die Gedanken baumeln läßt, muss sie ständig an ihren Ausflug zu den Menschen denken, was sie bisher dort erlebt hat und was man bestimmt noch erleben kann.
So springt sie plötzlich auf und ruft wie verrückt den Vogel: "Harald, piep piep piep, komm her!"
Nach einer Vielzahl von Rufen und einer gefühlten Ewigkeit taucht der Vogel auf und setzt sich zufrieden in seinen Käfig.
Sophies Vater arbeitet noch bis zur Dämmerung in der Obstfabrik und die Mutter trifft sich heute mit Ihren Freundinnen.
Unser kleiner Engel fasst also den Entschluss erneut zu den Menschen auf-, bzw. herab zu brechen.
Aus der Wolke geschlichen macht sie sich unsichtbar um nicht von den Flugzeugwarn-Engeln gesehen zu werden.
Flugzeugwarn-Engel ist auch ein spannender Beruf.
Wenn die Flugzeuge auf eine Wolke zufliegen, werden alle Engel gewarnt, damit sie sich unsichtbar machen.
Inzwischen ist Sophie mit affenartiger Geschwindkeit auf der Erde gelandet.
Neugierig wie sie ist, schlendert sie durch die Straßen von Engelsdorf, einem Ort, den sie aufgrund des Namens für den Richtigen hält.
Heute möchte sie mehr erleben!
Sie sieht lachende Kinder, die aus einem Haus kommen und spricht sie an: "Hallo Ihr, warum freut Ihr Euch so?"
Die Kinder strahlen Sophie an und ein Mädchen antwortet: "Wir waren gerade im Supermarkt und haben uns leckere Bonbons geholt!"
Sophie ist leicht irritiert und fragt das Mädchen, was den Bonbons seien.
Das Mädchen fragt: "Willst Du uns veräppeln? Jedes Kind kennt doch Bonbons oder kommst Du etwa vom Mond?"
Sophie lacht und antwortet:"Nein, ganz so weit war mein Weg nun auch wieder nicht, aber die Richtung ist schon nicht schlecht! Dann werde ich auch mal in das Supermarkt-Dings gehen und mir Bonbons holen."
Sie geht zu dem Haus und betritt den Laden. Innen ist alles sehr schön beleuchtet und es befinden sich Regale mit unzähligen Tüte, Dosen und Flaschen in dem Geschäft.
Sophie denkt nach: "Wo können den nur die Bonbons sein, die die Kinder so glücklich gemacht haben?"
Sie spaziert durch die Gänge und liest die Etiketten: Brot, Wein, Wurst, Hühnersuppe, Shampoo, Hundekuchen und noch vieles mehr, aber beim besten Willen keine Bonbons.
Sie beobachtet, wie die Erwachsenen verschiedene Sachen in komische Fahrzeuge stellen. 
Vielleicht sind die Bonbons versteckt und sie muss hinter den Waren nachschauen.
Sophie besorgt sich auch ein komisches Fahrzeug und nimmt aus jedem Regal etwas heraus in der Hoffnung die fröhlich machenden Bonbons zu finden.
Inzwischen ist das gesamte Fahrzeug komplett voll und sie hat erst den ersten Gang geschafft.
Also stellt sie das Fahrzeug zur Seite und besorgt sich ein Neues für den zweiten Gang.
Als sie das zweite Fahrzeug auch fast komplett gefüllt hat, spricht eine junge Frau sie an: "Hallo Kleines, was machst Du hier?"
Sophie antwortet: "Ich bin die Sophie und suche Bonbons. Was machst Du hier?"
Die junge Frau:"Also ich bin Frau Raschke, die stellvertretende Marktleiterin und ich arbeite hier! Für Dich bin ich nicht Du, sondern Frau Raschke! Bist Du alleine hier?"
Sophie freut sich, dass sie jemanden kennenlernt, der auf der Erde arbeitet und sagt freudestrahlend: "Ich freue mich, Frau Raschke, dass ich mal jemanden kennenlerne, der hier arbeitet und ja, ich bin alleine hier!"
Die stellvertretende Marktleiterin ist ganz irritiert und entgegnet:"Ganz schön unverschämt, wir sind hier im Geschäft alle sehr fleißig. Wenn Du alleine bist, wie willst Du denn die beiden gefüllten Einkaufswagen nach Hause bekommen? Wo sind denn Deine Eltern?"
Sophie antwortet ganz brav: "Was sind denn gefüllte Einkaufswagen? Ich darf nichts mit nach Hause bringen, dann erfahren meine Eltern doch, dass ich fortgegangen bin."
Inzwischen ist Frau Raschke leicht erzürnt:" Willst Du etwa sagen, Du bist von zu Hause fortgeschlichen und hast nicht das geringste Interesse die Waren aus den Einkaufswagen zu kaufen?"
Sophie:"Ganz genau, ich bin von zu Hause fortgeschlichen und wenn Du Frau Raschke mit Einkaufswagen diese komischen Fahrzeuge meinst, dann hast Du recht!"
"Das reicht! Das funkioniert so nicht. Erst zwei Einkaufswagen voll packen und dann verschwinden! Ich rufe meinen Chef, Herrn Krause!"
Wutentbrannt schnappt sich Frau Raschke das Telefon und macht folgende Supermarktdurchsage: "Herr Krause bitte unbedingt in den Gang mit den Tütensuppen, wir haben hier ein kleines Problem!"
Nach dieser Durchsage tummeln sich alle Supermarktbesucher im Gang mit den Tütensuppen um einen Blick zu riskieren, was wohl das kleine Problem sein könnte. Als sie nur ein kleines Mädchen sehen kaufen sie weiter gelangweilt ein.
Herr Krause betritt den Gang und guckt Frau Raschke wegen der unglücklichen Durchsage mit ernstem Blick an!
Dann fragt er genervt: "Frau Raschke, was ist denn hier los!"
Da allein das Auftreten des Marktleiters die Supermarktbesucher wieder neugierig macht, beschließt Herr Krause das Gespräch in seinem Büro fortzusetzen.
Auf dem Weg dorthin schildert Frau Raschke das bisher erlebte und verabschiedet sich wieder Richtung Verkaufsraum.
Jetzt ist die kleine Sophie alleine mit dem Supermarktleiter Herr Krause. Dieser stellt sie direkt zur Rede: "Kleines Fräulein, was hast Du Dir dabei gedacht, die Einkaufswagen voll zu packen und den Inhalt nicht mitnehmen zu wollen?"
"Also", beginnt Sophie, "ich wollte Bonbons haben, da Bonbons die Kinder glücklich gemacht haben. Da ich keine Bonbons gefunden habe, habe ich vermutet, diese befinden sich hinter den anderen Sachen, also habe ich die anderen Sachen genommen und wie die anderen Leute im Supermarkt in diese komischen Fahrzeuge gepackt. Sie werden es nicht glauben, ich habe trotzdem keine Bonbons gefunden!"
"Und wie ich das glauben werde, wir sind doch kein Spielplatz für lustige Versteckspielchen! Das wird Konsequenzen haben! Wo sind Deine Eltern?" schimpft Herr Krause.
"Meine Eltern sind im Himmel!" antwortet Sophie.

„Im Himmel, sind Deine Eltern gestorben? Bist Du etwa ein Waisenmädchen? Wohnst Du in einem Kinderheim?“, fragt Herr Raschke. 

„Meinen Eltern geht es gut, die wohnen schon immer im Himmel. Ich wohne normalerweise auch im Himmel und nicht in einem Kinderheim“, antwortete Sophie.

Jetzt ist auch Herr Raschke verwirrt und verlässt sein Büro, schließt die Türe hinter sich zu, um Hilfe für diese verzwickte Situation zu finden.

Hilfe verspricht er sich von der Polizei, also wählt er die 110.

„Polizei-Notruf, Wachtmeister Piff am Apparat, was kann ich für Sie tun?“

Herr Raschke, berichtet dem Polizisten von Sophie und legt dem Beamten nahe, dass es Sinn macht die Kleine im Supermarkt abzuholen und in ein Kinderheim zu bringen.

Wachtmeister Piff schnappt sich seinen Kollegen Paff und die beiden machen sich auf in Richtung Supermarkt.

Nach kurzer Zeit treffen die Beiden ein und lassen sich von Herrn Raschke die Situation noch mal kurz schildern, anschließend machen sich alle gemeinsam auf den Weg zum Büro des Marktleiters.

Herr Raschke dreht den Schlüssel im Schloss und alle treten gemeinsam ein!

Doch das Büro ist leer, das Fenster ist sperrangelweit geöffnet.

Ist das kleine Mädchen aus dem Fenster geklettert?

Nachdem die erste Verwunderung verblichen ist, stellen die Polizisten Piff und Paff den Marktleiter zur Rede. Schließlich handelt es sich um eine Notrufnummer, welche nicht für irgendwelche Späße zur Verfügung steht.

Auf dem Weg zum Polizeiauto meint Polizist Piff zu Polizist Paff: „Ich glaube, die schnappen langsam alle über! Schon wieder so eine Geschichte von so einem kleinen Waisenmädchen. Die wollen uns wohl auf den Arm nehmen!“

Herr Raschke wirft noch mal einen Blick in den Supermarkt um nach den gefüllten Einkaufswagen zu schauen, die sind aber schon nicht mehr da. Hat er sich die Geschichte nur eingebildet?

Inzwischen ist Sophie wieder auf dem Weg nach Hause in den Himmel, ganz leise schleicht sie sich von hinten an die elterliche Wolke ran. Sie will schließlich nicht  erwischt werden.

Im Himmel ist es nämlich schon spät geworden und  das gemeinsame Abendessen steht auf dem Programm. Die Eltern und Sophie sitzen am Tisch und essen genüsslich das Abendgemüse und trinken leckeren Fruchtsaft.

So wie es im Himmel üblich ist.

Anschließend putzt sich Sophie die Zähne, wäscht sich gründlich und zieht ein Nachthemd an.

Die Eltern bringen die kleine Abenteurerin ins Bett, bzw. in die Schlafwolke und Sophie kuschelt sich ein und schläft.

Schließlich muss sie ausgeschlafen sein, morgen ist wieder ein anstrengender Tag!


Donnerstag, 10. März 2011

Pauli entdeckt die Welt

Jeden Tag das gleiche - Pauli hat von seinem Vater Luzifer mal wieder die Aufgabe bekommen in der Hölle nach Edelsteinen zu suchen. Die Aufforderung dazu klingt ungefähr so: "Pauli, mein Sohn, gehe hin und suche in den Gängen der Hölle nach diesen hässlichen Schmuddelsteinen!"
Pauli nickt und antwortet: "Wird gemacht!"
Daraufhin bedankt sich Luzifer in etwa so: "Das hört sich gut - aähh schlecht an mein lieber - aähh böser Sohn!"
In der Hölle ist es nämlich anders herum. Grundsätzlich ist alles Schlechte gut und alles Gute schlecht. Manchmal kommt Luzifer damit allerdings durcheinander - vielleicht ist er einfach zu oft in der Menschenwelt.

Vor einiger Zeit hat Pauli eine Mine entdeckt, in der die tollsten und schönsten Edelsteine, bzw. die hässlichsten und scheusslichsten Schmuddelsteine, zu finden sind. So kann er sich den ganzen Tag ausruhen und seinem Vater trotzdem eine Handvoll Steine übergeben.

Dieses tägliche Nichtstun langweilt unseren kleinen Teufel allerdings so sehr, dass er nach Abenteuern ausschau hält. Eines Tages beobachtet er seinen Vater, wie dieser eine lange Treppe hinauf steigt, auf einer Zwischenempore angekommt, in einen Fahrstuhl steigt und verschwindet.
Pauli sieht am Fahrstuhl, wie die Anzeige rasant von -35 auf 0 ansteigt.

Wo ist Papa bloß, was macht er da oben? 

Jetzt ist Pauli neugierig geworden, heimlich steigt er auch in diesen Fahrstuhl und drückt auf die Taste "0"!
Nach kurzer Fahrt öffnet sich die Türe und Pauli erschrickt zunächst, da um ihn herum alles fürchterlich hell ist. Er steigt aus dem Fahrstuhl aus und steht mitten auf einer Straße. Als er an sich herunterschaut muss er feststellen, dass er garnicht mehr wie ein Teufel aussieht, sondern ganz komische Anziehsachen trägt.
Lediglich sein Schwanz schaut aus der Hose hervor.
Er spaziert ein wenig durch die Straßen und sieht andere Leute. Das müssen die Menschen sein, von denen sein Vater immer die schrecklichsten Geschichten erzählt.
Pauli schaut nochmal an sich runter und erkennt, dass die komischen Anziehsachen genau so ausschauen, wie die Sachen der Menschen. Eine echt gute Tarnung, nur haben die Menschen scheinbar keine Schwänze, so dass Pauli seinen Schwanz in der Hose verstecken muss.
Mehr zufällig als gewollt entdeckt Pauli, das er oben bei den Menschen ganz besondere Fähigkeiten hat, so kann er sich unsichtbar machen - zumindest fast, denn sein Schwanz bleibt weiterhin zu sehen. Weiterhin kann er aus seinen Händen kleine Blitze schiessen und Feuer entfachen.

Aber was macht ein gelangweilter Teufel unter den Menschen?

Er versucht sich die Langeweile mit kleinen Späßen und Scherzen zu vertreiben.

An einer Straßenecke ist ein Geschäft für Tierbedarf, hier geht Pauli hinein und schaut sich um, was er so anstellen könnte. In dem Laden gibt es kleine Haustiere, wie Hamster, Hasen, Mäuse, Ratten, verschiedene Vögel und eine Vielzahl an Aquarienfischen.
Zusätzlich gibt es eine Abteilung mit ganz tollen Tieren, wie Spinnen, Schlangen und Echsen.
Die findet Pauli am Besten!
Neben den lebendigen Tieren gibt es jede Menge Futter und verschiedene Ausstattungen für Tiere.
Als Pauli so durch die Regale blickt, kommt ihm eine Idee! Er könnte doch einfach für Durcheinander sorgen. Er macht sich auf den Weg zum Katzenstreu und läßt durch ein kleines Loch Wasser aus den Aquarien hineinlaufen, dann geht er zu den Mäusen und setzt eine Schlange in den Käfig. Da die Schlange bereits gefüttert wurde, liegt Sie nur träge im Käfig und die Mäuse laufen über sie drüber. Weil es so viel Spaß macht, vertauscht Pauli die Hunde- und Katzenleckerchen.
Dann geht er zu den Vögeln und macht sich unsichtbar. Immer wenn ein Kunde am Vogelkäfig vorbeikommt, dann beschimpft er diesen. 

Plötzlich greift eine Hand Paulis Schulter und ein Verkäufer stellt ihn zur Rede:"Hey, Junge! Was machst Du da? Hast Du den ganzen Blödsinn hier verzapft?"
Pauli: "Welchen Blödsinn? Ich bin doch ganz lieb!"
Verkäufer:"Na zum Beispiel die Schlange im Mäusekäfig oder die Bewässerung des Katzenstreus! Vorhin kam eine Kundin in den Laden, die behauptet, dass ihre Katze bellt, seit sie die Leckerchen von uns gefressen hat. Na was sagst Du nun?"
Pauli: "Also, ich kann mich nur wiederholen, ich war immer lieb. Ich bin ein ganz lieber Junge!"
Verkäufer:"Jetzt reichts. Du lügst doch, dass sich die Balken biegen! Komm mal mit in mein Büro!"
Pauli: "Ich komme gerne mit in Dein Büro, aber ich kann nur wiederholen, ich war immer lieb. Ich bin ein ganz lieber Junge!"
Der Verkäufer nimmt den Jungen schließlich mit und stellt weitere Fragen um die Wahrheit herauszubekommen. Dann wird es Pauli zu bunt, er sagt dem Verkäufer, dass er jetzt überhaupt nichts mehr sagt, weil er dringend auf die Toilette muss.
Jetzt ist der Verkäufer kein Unmensch und läßt den Teufel gehen. Als der Kleine nach 10 Minuten noch nicht vom WC zurück ist, schaut der Verkäufer nach.
Als er die Toilette betritt muss er feststellen, dass niemand mehr dort ist. Wo kann der kleine Junge nur sein?

Draußen auf der Straße wedelt ein Schwanz in der Luft und macht sich auf den Weg in Richtung Fahrstuhl. Pauli betritt den Fahrstuhl und nimmt umgehend seine Teufelsgestalt wieder an und fährt wieder runter in die 35 Ebene. Unten steigt er aus dem Fahrstuhl und schleicht die lange Treppe hinunter. Dann geht es geduckt zu seiner Edelsteinquelle und nimmt einen Beutel voll für seinen Vater mit.

Da es schon spät geworden ist, geht Pauli schleunigst durch die Gänge nach Hause um das Abendessen nicht zu verpassen. Seine Mutter Hilde, die wilde Hilde, hat wieder eklige Leckereien gekocht, die allen am gedeckten Tisch fürchterlich schmecken. Nach dem Essen übergibt Pauli seinem Vater die Schmuddelsteine und macht sich fertig für die Nachtruhe.  Nachdem er sich die Zähne geputzt hat, kommt sein Vater um sich für die fleißige Leistung seines Sohnes zu bedanken: "Gute Nacht - aähh schlechte Nacht, mein lieber - aähh böser Sohn. Du hast mir wieder viele von den hübschen - aähh hässlichen Edelsteinen - aähh Schmuddelsteinen gebracht. Dafür habe ich in Dein Bett eine extra heiße Portion Kohlen gefüllt, damit Du gut - aähh schlecht schlafen kannst!"

Pauli liegt nun im Bett und denkt noch ein wenig über den vergangenen Tag nach. Vielmehr denkt er aber daran, welche Abenteuer er in der Menschenwelt noch erleben könnte. Während er so nachdenkt fallen ihm die Augen zu und er versinkt in einen tiefen Schlaf.

Freitag, 4. März 2011

Sophie in der Schule

Heute war ein echt stressiger Schultag für Sophie, und das Schlimmste: Ihre beste Freundin Angela hat heute keine Zeit für sie. Angela muss auf ihren kleinen Bruder Jonas aufpassen.
So schlendert Sophie ein wenig gelangweilt nach Hause. Ihre Mutter erwartet sie schon. Sophie muss heute im Haushalt helfen. Sie ist heute mit Wolkenmähen dran.
Es ist nämlich ganz schön schwierig, die fluffigen Wolken in Form zu halten. Die Eltern von Sophie möchten nämlich nicht so eine ausgefranzte Wolke ihr eigen nennen. Klingt ein wenig spießig, nicht wahr, aber so sind Sophies Eltern.
Während Sophie die Wolken mäht, ist sie in Gedanken versunken und muss daran denken, was sie heute in der Schule gelernt hat. In der Schule hat die Lehrerin über mögliche Berufe referiert. So gibt es zum Beispiel die Arbeiter in der Obst und Früchtefabrik, die Arbeiter in der Eisfabrik, Wolkenverkäufer ist auch ein beliebter Beruf, aber ganz weit vorne ist Schutzengel für die Menschen auf der Erde.
Wie es wohl so ist auf der Erde? Gehen die Menschen auf der Erde wohl auch zur Schule?
Nachdem Sophie mit dem Wolken mähen fertig ist, beschäftigen sie die Fragen noch immer – so fasst sie den Entschluss und lässt sich auf die Erde gleiten um Antworten auf Ihre Fragen zu finden.

Wow – was für ein Gefühl, wenn man keine Wolken unter den Füssen hat!

Sophie landet in einer kleinen Stadt mit dem Namen Engelsdorf. Auf der Erde ist es kurz vor der Frühstückszeit, so dass unsere kleine Freundin ein wenig durch die Straßen spazieren kann, um einen Eindruck von der Erde zu bekommen.

Aber was sie dort sieht, wirft noch viel mehr Fragen auf, als sie bereits hatte. Was sind das für komische Wolken hier? Was sind das für komische Kästen, die sich auf den Straßen bewegen? Während Sie so vor sich hin staunt trifft sie auf eine Truppe junger Menschen.

Sophie fragt ein kleines Mädchen, ob es hier auf der Erde auch eine Schule gibt. Das kleine Mädchen starrt Sophie ungläubig an und erzählt ihr, dass die Kinder gerade auf dem Weg zu Schule seien. So schließt sich Sophie der Gruppe einfach an und geht mit zur Schule.

Es ist inzwischen 8 Uhr morgens auf der Erde und der Unterricht für die Kinder beginnt. Sofort bemerkt die Lehrerin, dass eine neue Schülerin in der Klasse ist.

Etwas verwundert darüber, dass Sie keine Informationen über eine neue Schülerin hat, fragt sie das Mädchen nach ihrem Namen: „Oh, wie ich sehe haben wir eine neue Schülerin, wie heißt Du mein Kind?“

Sophie antwortet: „Ich bin Sophie und Du?“

Die Lehrerin ist etwas irritiert, dass sie von Sophie mit Du angesprochen wird, so dass sie erstmal erklärt, das Du nicht richtig ist, sondern Sie. Ihren Namen hat sie trotzdem nicht genannt.

Sophie hatte also verstanden, hier auf der Erde heißt es nicht Du, sondern Sie. Sie fragt erneut nach: „Hallo sie, wie ist denn ihr Name?“

Darauf antwortet die Lehrerin mit: „Mein Name ist Frau Meyer-Fröschke!“

„Wo warst Du denn bisher in der Schule? Bist Du neu in unsere kleine Stadt gezogen?“, fragte Frau Meyer-Fröschke.

Also, Frau Meyer-Fröschke, erstens dachte ich, es heißt nicht „DU“ und zweitens gehe ich in die zweite Klasse der Engelsschule und wollte mir heute mal diese Schule anschauen, antwortete Sophie.

„Doch es heißt „DU“, aber nur wenn ein Erwachsener zu einem Kind spricht – umgekehrt heißt es „SIE“!“, wettert die Lehrerin!

Sophie macht einen sehr irritierten Eindruck, so kompliziert ist es im Himmel überhaupt nicht, da sprechen sich alle mit Du an. Die meisten Engel haben noch nicht mal einen Nachnamen.  

„Engelsschule? Die Schule kenne ich gar nicht! Haben Deine Eltern mit dem Direktor vereinbart, dass Du unsere Schule heute besuchen darfst?“, fragte Frau Meyer-Fröschke.

„Die Engelsschule ist auch nicht in dieser Stadt! Meine Eltern wissen gar nicht, dass ich überhaupt hier bin! Was ist ein Direktor?“, antwortete Sophie

„Wie, Du gehst in einer anderen Stadt zur Schule, deine Eltern wissen nichts davon und Du kennst unseren Schuldirektor nicht? Wo sind denn Deine Eltern?“, fragte die Lehrerin.

„Meine Eltern sind im Himmel!“, sagt Sophie.

„Im Himmel, sind Deine Eltern gestorben? Bist Du etwa ein Waisenmädchen? Wohnst Du in einem Kinderheim?“, fragte Frau Meyer-Fröschke.

„Meinen Eltern geht es gut, die wohnen schon immer im Himmel. Ich wohne normalerweise auch im Himmel und nicht in einem Kinderheim“, antwortete Sophie.

Jetzt ist die Lehrerin restlos verwirrt und verlässt den Klassenraum um sich mit dem Direktor über das kleine verrückte Waisenmädchen zu beraten.

Inzwischen nutzt Sophie die Gelegenheit um mit den anderen Kindern ein wenig im Klassenraum zu spielen, bis plötzlich die Tür aufgeht und der Direktor in der Klasse steht.

Herr Direktor Rodeling ist ein großer kräftiger Mann, dessen Erscheinung die Kinder sofort zu leisen Mäusen werden lässt.

Nur Sophie lässt sich nicht beeindrucken und spielt vergnügt weiter.

Der Direktor stürmt auf die Kleine zu und stellt sie zur Rede: „Ich habe von Frau Meyer-Fröschke erfahren, dass Du heute einfach so bei uns zu Besuch bist und Du keine Eltern hast. Stimmt das?“

Sophie antwortet, dass es nicht ganz korrekt sei. Sie ist zwar einfach zu Besuch in der Schule, aber Eltern habe sie wohl, die sind schließlich im Himmel. Die Eltern wissen nur nichts von dem Schulbesuch.

„Hören Sie, Herr Direktor“, stammelt Frau Meyer-Fröschke aus dem Hintergrund.

Der Direktor will erstmal auf Nummer sicher gehen und nimmt Sophie mit in sein Büro.

„So meine Kleine, setz Dich ruhig an meinen Schreibtisch und spiele ein wenig mit meiner Unterlage und meinen Stiften“, lädt der Direktor Sophie in sein Büro ein.


Bevor er zu seiner Sekretärin geht, schließt er die Tür hinter sich zu und lässt sich mit der Polizei verbinden.

„Polizei-Notruf, Wachtmeister Piff am Apparat, was kann ich für Sie tun?“

Herr Rodeling, berichtet dem Polizisten von Sophie und legt dem Beamten nahe, dass es Sinn macht die Kleine in der Schule abzuholen und in ein Kinderheim zu bringen.

Wachtmeister Piff schnappt sich seinen Kollegen Paff und die beiden machen sich auf in Richtung Schule.

Nach kurzer Zeit treffen die Beiden ein und lassen sich vom Direktor die Situation noch mal kurz schildern, anschließend machen sich alle gemeinsam auf den Weg zum Büro des Direktors.

Herr Rodeling dreht den Schlüssel im Schloss und alle treten gemeinsam ein!

Doch das Büro ist leer, lediglich ein Fenster ist offen. Da sich das Büro in der obersten Etage der Schule befindet, gehen die verblüfften Männer nicht davon aus, dass das kleine Mädchen aus dem Fenster geklettert ist.

Nachdem die erste Verwunderung verblichen ist, stellen die Polizisten Piff und Paff den Direktor zur Rede. Schließlich handelt es sich um eine Notrufnummer, welche nicht für irgendwelche Späße zur Verfügung steht.

Der Direktor steht nun ein wenig belämmert da und kann nicht begreifen, was da gerade passiert sein soll. Hat er sich das Mädchen nur eingebildet? Aber Frau Meyer-Fröschke hat die Kleine doch auch gesehen, oder? Inzwischen ist er so verunsichert, dass er über die Sache lieber nicht mehr sprechen möchte. Vielleicht war er auch nur am Schreibtisch eingeschlafen und hat die ganze Geschichte nur geträumt?

Inzwischen ist Sophie wieder auf dem Weg nach Hause in den Himmel, ganz leise schleicht sie sich von hinten an die elterliche Wolke ran. Sie will schließlich nicht von ihren Eltern erwischt werden.

Im Himmel ist es mittlerweile schon spät geworden, es ist Zeit für das gemeinsame Abendessen. Der Vater, die Mutter und Sophie sitzen am Tisch und essen genüsslich das Abendgemüse und trinken leckeren Fruchtsaft. Das ist im Himmel so üblich!

Nach dem Abendessen putzt sich Sophie die Zähne, wäscht sich gründlich und zieht ein Nachthemd an. Die Eltern bringen die Kleine ins Bett, bzw. in die Schlafwolke und Sophie kuschelt sich ein und schläft.

Schließlich muss sie ausgeschlafen sein, morgen ist wieder ein spannender Schultag!